Trotz richtiger Aufzucht, Pflege und Ernährung kann die Gesundheit Ihres Hundes durch gefährliche Infektionskrankheiten stark gefährdet werden. Da die Behandlung dieser Erkrankungen in den meisten Fällen sehr schwierig oder sogar aussichtslos bzw. bei der Tollwut verboten ist, kann ein ausreichender Schutz nur durch rechtzeitige und regelmäßige Impfungen erzielt werden.
Hier finden Sie Wichtiges über:
1. Staupe
2. Ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis)
3. Leptospirose
4. Parvovirose
5. Zwingerhusten
6. Tollwut
7. Schutzimpfungen
8. Impfstoffe
1. Staupe
Die Staupe wird durch ein Virus verursacht, das direkt von Hund zu Hund bzw. indirekt von Virusträgern aus der Umwelt auf den Hund übertragen wird. Die hochansteckende Erkrankung tritt überwiegend bei Hunden im Alter von 3-6 Monaten auf, kann aber auch in jedem Lebensalter vorkommen. Die ersten Krankheitserscheinungen, die 3-6 Tage nach Ansteckung sichtbar werden, sind Appetitlosigkeit, Fieber sowe Augen- und Nasenausfluß. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu Magen- und Darmentzündungen mit Durchfall (Darmstaupe), Lungenentzündung (Lungenstaupe) oder krampfartigen Zuckungen, Bewegungsstörungen und Lähmungen (Nervenstaupe). Da die Staupe aber unter sehr unterschiedlichen Symptomen verlaufen kann, muß bei jungen Hunden mit Erkrankungen unklarer Genese immer der Staupeverdacht geäußert werden.
2. Ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis)
Diese Viruserkrankung, die ebenfalls durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird, befällt überwiegend junge Hunde und führt besonders bei Welpen sehr schnell zum Tod. Ältere Hunde können aber auch erkranken. Die Krankheiterscheinungen sind denen der Staupe sehr ähnlich. Zuerst kommt es zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen in der Bauchhöhle, Entzündungen im Rachenraum und nervösen Störungen. Im späteren Stadium der Erkrankung können Hornhauttrübungen am Auge auftreten, die in schweren Fällen bis zur Erblindung führen.
3. Leptospirose
Die Leptospirose wird durch Leptospiren, die zu den Bakterien gehören, übertragen. Die Ansteckung erfolgt durch Hunde, Mäuse, Ratten und andere Tiere sowie verunreinigte Gewässer. Es erkranken Hunde aller Altersstufen. Die Krankheitserscheinigungen, die im allgemeinen 5-20 Tage nach Ansteckung auftreten, sind Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Nierenentzündungen, Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen und Durchfall. In schweren Fällen können Gelbsucht und Bewegungsstörungen auftreten.
4. Parvovirose
Die Parvovirose wird durch ein Virus verursacht, das durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird. Erste Krankheitserscheinungen treten im allgemeinen 3-14 Tage nach Ansteckung auf. Die Parvovirose kommt bei Hunden aller Altersgruppen vor und verursacht bei Welpen und jungen Hunden blutigen Durchfall und/oder Herzmuskelentzündung mit nachfolgendem Herztod. Ältere Hunde zeigen Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen und Durchfall. Der Kot ist übelriechend und von grauer Farbe, in einigen Fällen kann er auch blutig sein. Aufgrund des akuten Krankheitsverlaufes kann die Erkrankung besonders bei jungen Hunden ohne vorherige Krankheitserscheinungen schnell zum Tode führen.
Das Parvo-Virus des Hundes ist arteigen, mit dem Erreger der Katzenseuche verwand, aber nicht identisch. Deshalb kann die Katze die Erkrankung nicht auf den Hund übertragen.
5. Zwingerhusten
Der Zwingerhusten ist eine hochansteckende Erkrankung, die von mehreren Viren, u. a. auch Parainfluenza-Virus, Typ II, verursacht wird. Entscheidend für den Ausbruch der Erkrankung ist aber eine Mischinfektion der Viren mit Bakterien sowie die Haltung der Hunde an Plätzen mit ständig wechseldem Tierbestand, wie z.B. Händlerzwingern, Tierheimen und Kliniken. Die Erreger werden direkt von Tier zu Tier durch Tröpfcheninfektion übertragen. Es erkranken besonders junge Hunde. 4-10 Tage nach der Ansteckung treten im allgemeinen die ersten Krankheitserscheinungen auf. Die Tiere zeigen trockenen Husten mit Brechreiz, der durch eine Entzündung der oberen Luftwege bedingt ist. Meistens haben die Hunde kein Fieber. Gelegendlich kann auch seriöser bis purulenter Nasenausfluß auftreten. In schweren Fällen kommen auch hochgradige Lungenentzündungen vor, die u. U. zum Tod der Tiere führen können.
6. Tollwut
Die Tollwut wird durch ein Virus verursacht, das mit dem Speichel von Tieren über Verletzungen auf Mensch und Tier übertragen wird. Die ersten Krankheitserscheinungen treten im allgemeinen nach 20-60 Tagen auf. Die Tiere zeigen verändertes Verhalten, Unruhe, Scheu, Speichelfluß, heiseres Bellen und Beißwut. Nach zunehmenden Lähmungserscheinungen tritt der Tod unter Krämpfen ein. Die Tollwut kann aber auch als sogenannte "stille Wut" verlaufen. In diesen Fällen fehlen die Wuterscheinungen, die Tiere zeigen lediglich Teilnahmslosigkeit und Traurigkit. Die Tollwut verläuft auch bei Menschen tödlich. Wegen der großen Gefahr der Ansteckung von Tier auf Mensch hat der Gesetzgeber eine Tollwutschutzverordnung erlassen, die besagt, das:
7. Schutzimpfungen
Impfungen von Tieren dürfen nur vom Tierarzt vorgenommen und im Impfpaß dokumentiert werden. Vor jeder Impfung muß gewährleistet sein, das der Hund gesund, ausreichend ernährt und frei von Parasiten (besonders frei von Würmern) ist. Ein kranker bzw. geschwächter Organismus würde keine oder nur unzureichende Immunität als Reaktion auf die Impfung ausbilden. Welpen können beim Züchter in der 7. oder 8. Lebenswoche zum ersten mal geimpft werden um Verluste zu vermeiden. Da der Impfschutz in diesem Zeitraum aber noch durch die vom Muttertier erhaltenen Schutzstoffe beeinträchtigt werde kann, muß unbedingt eine Nachimpfung im Alter von 12 Wochen erfolgen. Sind die Impflinge bei der Erstimpfung älter als 12 Wochen, so genügt im allgemeinen eine Impfung, um eine sichere Imunität zu erzeugen. Nur zum Schutz gegen Leptospirose und Parvovirose ist eine zweite Impfung - unabhängig vom Zeitpunkt der Erstimpfung - im Abstand von 2-4 Wochen - immer notwendig. Wiederholungsimpfungen in jährlichen Abständen sind zur Vorbeugung der Leptospirose, Parvovirose, des Zwingerhusten und der Tollwut notwendig, während Wieder holungsimpfungen nach jeweils 1-2 Jahren zur Verhinderung der Staupe und ansteckenden Leberentzündung in der Regel ausreichen.
Für die Schutzimpfung stehen Einzel- bzw. Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Welcher Impfstoff zu welchem Zeitpunkt angewendet werden soll, entscheidet der Tierarzt unter Berücksichtigung der allgemeinen Seuchenlage.
8. Impfstoffe
Hinter dem Handelsnamen der Impfstoffe stehen Buchstaben als Abkürzung für die Krankheit, gegen die der Impfschutz ausgebildet werden soll.
Dabei bedeutet:
Bitte achten Sie darauf, daß jede Impfung Ihres Hundes von Ihrem Tierarzt in einem Impfpaß dokumentiert wird.
| 28.09.2008 |